Seminare, Coaching
Bogenschießen im Kloster

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Newsletter 2020-01

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Wünscht man Ende Januar noch „ein gutes neues Jahr“? Einige tun das – ich nicht ;-) Ich wünsche aber in jedem Fall ein gesegnetes Jahr 2020.

Vorschau:
Die Vorschau beginnt diesmal mit einem Rückblick: der Verkauf des Klosters St. Maria in Esthal / Pfalz ist abgeschlossen. Zum 1. Januar 2020 hat die Firma Slow Life Esthal den gesamten Klosterbetrieb übernommen. Dieser soll mit allen bestehenden Programmen als christlich gesinnte Einrichtung weitergeführt werden. Die Gastfreundlichkeit des Klosters mit den engagierten Mitarbeitern und den tatkräftigen Schwestern bleibt somit erhalten – und damit auch unser Meditatives Bogenschießen dort :-) Die Termine für 2020 sind: 03.-05.04. (Fr – So) und 22.-24.09.2020 (Di – Do).

In der Benediktinerabtei Münsterschwarzach sind im Zusatztermin für das Seminar „Zielgerichtet handeln“ – 02.-04.03.2020 (Mo – Mi) – noch einige wenige Plätze frei. Informationen und Anmeldung hier

Alle Orte und Termine für 2020 hier

Aus dem Kloster:
Am 15. Dezember 2019 hat Abt Laurentius Schlieker OSB aus der Benediktinerabtei Gerleve angekündigt, dass er sein Amt am 19. April 2020 aus gesundheitlichen Gründen abgeben werde. Der 68-jährige leitet die Abtei seit 2006. Damals wählte ihn die Gemeinschaft der Mönche für drei Jahre zum Prior-Administrator, 2009 dann zum Abt. Seine Arbeit stellte er unter das biblische Leitwort: Der Heilige Geist »weht, wo er will« (Joh 3, 8). Ein Zeichen für diesen christlichen Optimismus setzte Abt Laurentius mit dem Neubau der Jugendbildungsstätte Haus St. Benedikt. In der Abteikirche ließ er eine moderne Statue des hl. Josef aufstellen, die in ihrer Jugendlichkeit viele Besucher sehr anspricht. Abt Laurentius will sich nach seinem Rücktritt im April für einige Monate zur Erholung zurückziehen, um dann wieder nach Gerleve zurückzukehren und als Seelsorger und Organist zu arbeiten. Anfang Mai entscheiden die Mönche der Abtei in geheimer Wahl, wer die Nachfolge von Abt Laurentius übernehmen wird.

Und noch eine „personelle Veränderung“ in Gerleve: Ende Januar gehen die Schwestern Monika Niehues und Georgi Wieborg (Schwestern Unserer Lieben Frau aus der Provinz Coesfeld) in den „Ruhestand“. Sie ziehen in das Coesfelder Kloster Annenthal. Den Gästen im Exerzitienhaus Ludgerirast werden Schwester Monika und Schwester Georgi mit ihrer herzlichen und offenen Art in Erinnerung bleiben – insbesondere die tägliche Runde von Schwester Georgi entlang aller Frühstückstische.

Abt Laurentius und den Schwestern Monika und Georgi von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für das gute Miteinander in den vergangenen Jahren und Gottes Segen für das Kommende.

Über den Tellerrand – was mich bewegt:
Rainer Höß trägt einen Namen mit großer Last. Sein Großvater Rudolf Höß war der Kommandant von Auschwitz. Der Enkel hat mit seiner Familie gebrochen. Er versucht, über die Gräueltaten der Nationalsozialisten aufzuklären. Wenn heute in Auschwitz die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus stattfindet, wird Rainer Höß nicht im Publikum sein. Er wäre gerne nach Auschwitz gefahren. Doch er weiß, dass sich viele an seiner Anwesenheit stören würden.
Als er vor fünf Jahren zum 70. Jahrestag der Befreiung nach Auschwitz kam, glich das einem Spießrutenlauf. Viele Blicke und Kommentare musste er einstecken. Der Nachkomme des Lagerkommandanten sei eben nicht gerne gesehen bei einer Zeremonie, die den Überlebenden gelte, gibt Höß ein wenig traurig zu.
Als Jugendlicher liest er bei einem Besuch im ehemaligen KZ Dachau auf Erklärtafeln immer wieder den Namen Rudolf Höß. Rainer Höß hat seinen Opa nicht kennengelernt, er kam erst Jahre nach dessen Tod zur Welt. Also hakt er bei seinem Vater nach, dem Sohn von Rudolf Höß. Doch der antwortet, es müsse sich wohl um einen Schreibfehler handeln, eine Verwechslung mit Rudolf Hess. Ein anderer Funktionär aus der Nazizeit also.
Die Nachfahren wollen von Massentötungen und Vernichtungslagern nichts wissen, verharmlosen den Opa als treuen Soldaten und Gefängnisleiter. Rainer Höß bricht den Kontakt zur Familie ab, als er aus Büchern erfährt, wer sein Großvater wirklich war: Rudolf Höß baute das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau auf und leitete es von 1940 bis 1943. Nach Ende des Krieges wurde er 1947 in Polen als Kriegsverbrecher zum Tod verurteilt und am Ort des ehemaligen Lagers gehängt.
Dieser Galgen ist heute ein wichtiger Ort für Rainer Höß. Er besucht ihn bei jedem seiner Besuche in Auschwitz zuerst. Bevor er mit Schulklassen über das Gelände geht, wo mindestens 1,1 Millionen Menschen getötet wurden, braucht er dieses ganz persönliche Ritual.
Dann richtet er in Gedanken das Wort an seinen Großvater: “Hier hat dein Leben geendet, du wirst so was nie wieder tun. So etwas darf nie wieder passieren.” Das ist sein Mantra, sein Antrieb. Dafür hat er den Job als Konditor und Koch aufgegeben. Seit 15 Jahren widmet er sich nur noch der Erinnerung an den Holocaust.
Mit seiner Stiftung “Footsteps” geht er an Schulen in der ganzen Welt und stellt Kontakt zu Überlebenden her. 35 Mal war er in Auschwitz. Mehr als 4000 Schüler hat er hierher begleitet. Wenn er über das Gelände des Lagers läuft, behält er seine Hände die ganze Zeit über in den Hosentaschen. Bloß nichts anfassen. Es ist seine Art, ein wenig Distanz zu dem Ort herzustellen, der ihm jedes Mal wieder sehr nah geht.
Höß ist laut und direkt. Seine öffentlichen Auftritte bei Fernsehsendungen wie bei Markus Lanz kommen nicht bei jedem gut an. Er polarisiert und provoziert, das weiß er. Etwa mit dem Tattoo auf der Brust, das einen Davidstern und Häftlingsnummern zeigt.
Vor Jahren warfen ihm Journalisten vor, er schlage Profit aus der eigenen Biografie. Höß habe Erinnerungsstücke seines Großvaters der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zum Verkauf angeboten. Das alles sei unglücklich gelaufen, sagt Höß heute.
Die Kiste hat er mittlerweile dem Institut für Zeitgeschichte in München gespendet. Es schmerze, wenn vom „Geschäftsmodell Enkel“ die Rede sei. Manchmal fragt er sich dann: Warum tue ich mir das an?
Doch dann fallen ihm wieder die Begegnungen ein, für die sich die Arbeit lohnt. Zum Beispiel ein Schulbesuch in Frankreich. Höß ruft die Schüler in seinen Vorträgen dazu auf, Eltern und Großeltern nach dem Holocaust zu fragen. Eine 16 Jährige erfährt so, dass auch ihr Großvater ein KZ-Kommandant war.
Die Mitschüler unterstützen das Mädchen, halten zusammen. Höß ist begeistert von der Reaktion der Jugendlichen. Das aufrichtige Interesse der Jugendlichen gibt ihm Hoffnung. In einer Zeit, die ihm auch Angst macht, weil Rechte weltweit erstarken und das Thema Hass immer weiter um sich greift.
Höß hat viel dazu gelernt in den Jahren als öffentlicher Enkel. Am Anfang sei er einfach reingestolpert in Gespräche mit Überlebenden. Zu neugierig, zu wissensdurstig. “Was wissen Sie über meinen Großvater?” – solche Fragen hätten viele Zeitzeugen überfordert.
Heute weiß er, es geht ums Zuhören. 177 Überlebenden hat er inzwischen zugehört. Alle Begegnungen in Ton und Bild festgehalten, damit die Geschichten auch die folgenden Generationen erreichen. Dann, wenn es bald keine Zeitzeugen mehr geben wird. Sein Ziel steht fest, auch das hat er sich auf die Brust tätowiert: “Never forget”.
Quelle: tagesschau.de, 27.01.2020

Auf ein Wort:
„Benutze den Panzer der Einsamkeit“, sagt einer.
„Benutze den Schild des Zynismus“, entgegnet ein anderer.
„Die beste Rüstung ist, sich in nichts einzumischen“, behauptet ein dritter.
Schenke ihnen kein Gehör. Mach dich gelassen auf zum heiligen Ort und kleide dich in den unzerstörbaren Mantel des Glaubens.
Der Glaube wehrt alle Hiebe ab. Der Glaube verwandelt Gift in kristallklares Wasser.
Nach Paulo Coelho

Ich wünsche allen eine gesegnete Zeit und freue mich auf ein Wiedersehen oder persönliches Kennenlernen bei einer meiner kommenden Veranstaltungen.

Herzliche Grüße,
Martin Scholz