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Newsletter 2020-03

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Jetzt hatte der Februar schon extra 29 Tage und trotzdem habe ich es nicht geschafft, einen Newsletter auf den Weg zu bringen ;-) Aber jetzt wieder.

Vorschau:
Vom 18. bis zum 20.03. finden in der ehem. Zisterzienserabtei Kloster Bronnbach in Wertheim im Taubertal Auszeittage mit meditativem Bogenschießen statt. Für Kurzentschlossene sind noch einige wenige Plätze frei.

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Aus dem Kloster:
Heute aus einem Kloster, in dem ich (noch) keine Veranstaltungen anbiete, der Benediktinerabtei Tholey im Saarland. Bei einem privaten Aufenthalt durfte ich die unkomplizierte Gastfreundschaft der dortigen Mönche und von Abt Mauritius Choriol OSB kennenlernen. Mehr zur Abtei unter www.abtei-tholey.de

<Es sind verspielte bunte Muster mit viel Platz für Fantasie – und klarem Wow-Effekt: Die Entwürfe des weltberühmten Künstlers Gerhard Richter für drei neue große Kirchenfenster im Benediktinerkloster im saarländischen Tholey sind auf Begeisterung gestoßen. “Man kann nur staunend davor stehen”, sagte Frater Wendelinus Naumann vor den entrollten Entwürfen in Originalgröße über den Chorfenstern der Abteikirche. “Ich bin sicher, man kann Stunden und Tage davor sitzen und wird nach Jahren immer noch etwas Neues entdecken.”

Jedes der 1,95 mal 9,30 Meter großen Fenster zeigt fünf Motive, die sich gespiegelt wiederholen und ein detailreiches Gesamtwerk ergeben. In den beiden äußeren Fenstern werden Rot und Blau dominieren, in der Mitte ist es Gelb. “Sie sehen aus wie orientalische Muster”, hatte Richter über die Entwürfe der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Sie seien “halb abstrakt, halb erzählerisch”. Bei der Premiere in Tholey war er nicht dabei. Er gilt als der höchstdotierte lebende Maler der Welt.

Richter (87) hat den dort lebenden elf Mönchen seine Kunst unentgeltlich zur Verfügung gestellt – weil er sie dafür genau passend empfand. Abt Mauritius Choriol sagte zu der neuen Sensation für das Kloster: “Wir sind sehr dankbar. Ich sehe das als Fügung Gottes.” Man habe eine “bescheidene Anfrage” an Richter stellen lassen und sei überwältigt gewesen, als er gleich ja gesagt habe. “Einfach unglaublich”, fügte Bruder Wendelinus hinzu. “Er ist ja der Chagall von heute.”

Tholey gilt mit der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 634 als das älteste Kloster Deutschlands. Die gotische Abteikirche wird zurzeit renoviert. Die Richter-Fenster sollen im Juni 2020 eingeweiht werden. Der Künstler hatte zuvor schon mal ein Fenster für den Kölner Dom entworfen, das 2007 eingeweiht wurde.

Richter hat die Muster auf der Grundlage eines abstrakten Bildes durch wiederholtes Teilen und Spiegeln entwickelt. Die Motive stammen aus seinem Künstlerbuch “Patterns” – nun werden sie von den Münchner Glaswerkstätten Gustav van Treeck auf Glas gebracht.

“Wie nicht anders zu erwarten, stellt uns Gerhard Richter mit seinen Entwürfen vor große gestalterische und technische Herausforderungen”, sagte die Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Katja Zukic. “Wir müssen und wollen die Bilder optimal in Glas übersetzen.” Gearbeitet werde mit bemalten, bedruckten und farbigen mundgeblasenen Gläsern.

Die Bilder in den Rechteckfeldern und Spitzbögen der Fenster bestechen mit ungewöhnlicher Linien, Formen und faszinierenden Farbspielen. “Wenn man länger darauf schaut, versucht der Kopf, diesen Symmetrien immer wieder Näherungen zu geben”, sagte Bruder Wendelinus. “Und dann entdeckt man Gesichter. Sie gibt es gar nicht, aber es gibt sie doch.”

Die Fenster sollten Menschen ansprechen, Denkanstöße geben – und einfach “Freude bringen”, sagte der Abt. Derzeit zähle das Kloster rund 50 000 Besucher im Jahr. Es werde künftig mit mehr Gästen gerechnet. “Das wird eine Herausforderung.”

Die Mönche fühlen sich Richter verbunden. “Wir wissen ja, dass er Agnostiker ist, aber wir finden so viele Deckungsebenen mit ihm, die wirklich sehr schön sind”, sagte der Bruder. Es gebe in den Psalmen einen schönen Ausdruck, der sinngemäß laute: “Gott ist derjenige, der im undurchdringlichen Licht wohnt. Die Richter-Fenster, die sind undurchdringliches Licht.”

Richter war als junger Mann aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Dem Christentum aber stehe er nahe. Es sei seine “Wurzel”. “Ich bin ein Suchender, wie es alle mehr oder weniger sind”, hatte er jüngst gesagt. Aus gesundheitlichen Gründen werde er auch nicht zur Einweihung in 2020 kommen. “Er hat uns bereits ein paar Mal mitteilen lassen, dass das hier sein letztes Großwerk sein wird”, sagte Frater Wendelinus.

Zu den Kosten der Produktion wollten die Mönche nichts sagen. Nur so viel: Die Summe für die gesamte Renovierung der Abteikirche werde zu 15 Prozent vom Bistum Trier und zu 85 Prozent von einem privaten Gönner finanziert. Zur Einweihung der Richter-Fenster sei eine internationale Festwoche geplant, kündigte der Leiter der Musikfestspiele Saar, Bernhard Leonardy, an.>
Text: Süddeutsche Zeitung

Über den Tellerrand – was mich bewegt:
<Einen Baum zu adoptieren, dessen Früchte man geliefert bekommt; Käse vom eigenen Schaf zu essen: Das ermöglicht Crowdfarming. Die Erfinder kämpfen damit auch gegen die Essensverschwendung.

Knapp 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung in Deutschland im Müll. Die Hälfte davon sind Abfälle aus der Erzeugung, der Verarbeitung und dem Groß- und Einzelhandel. Gegen diese Verschwendung kämpft das Unternehmen Crowdfarming.

Die Idee stammt von den Brüdern Gonzalo und Gabriel Úrculo. Die beiden erbten 2010 die in der Nähe von Valencia liegende Orangenfarm ihres Großvaters. Zuerst versuchten sie den Anbau auf traditionellem Weg. Sie litten aber schnell unter den niedrigen Erzeugerpreisen. Mit einer ungewöhnlichen Idee konnten sie die Farm vor dem Bankrott bewahren.

„Die Enttäuschung über den Mangel an Transparenz der traditionellen Lebensmittellieferkette war der Anstoß, diese neu zu überdenken“, erzählt Lena Manz aus dem Marketing- und Kommunikationsteam von Crowdfarming. Deswegen etablierten die Brüder auf ihrer Farm Naranjas del Carmen ein Konzept zur Adoption der Orangenbäume – mit einer eigenen Lieferkette, die nicht zusätzlich über einen Händler oder einen Supermarkt führt, sondern direkt vom Landwirt zum Konsumenten. „Unsere größte Konkurrenz sind daher die Akteure dieser Lieferkette, also die Supermärkte“, erklärt Manz.

Durch diese direkte Verbindung werden nur die Produkte angebaut und geerntet, die knapp drei Tage nach der Ernte auch auf einen Konsumenten treffen. Dabei wird viel Wert auf einen umweltschonenden Transport gelegt. Bevor ein Lastwagen die Plantage verlässt, werden mehrere Bestellungen gesammelt und zusammen verschickt.

Dadurch wird dem Käufer garantiert, dass der Laster vollbeladen ist. Die Produkte werden erst kurz bevor sie beim Kunden ankommen im optimalen Reifestadium gepflückt; sie lagern nicht in Kühlräumen und werden nicht mit chemischen Mitteln behandelt. Wie viel Crowdfarming an einem Produkt verdient, liegt daran, wie effizient der Transport verläuft.

„In letzter Zeit wurden viele Initiativen geboren, die Endverbraucher und Erzeuger verbinden“, berichtet Manz. „Was uns aber von anderen unterscheidet, ist, dass wir nur auf Bestellung anbauen und auch ernten.“ Erst durch diesen wichtigen weiteren Schritt werde eine Lebensmittelverschwendung vermieden.

Bei Ernteüberschüssen kann man auch einzelne Kisten bestellen. So entstehen fast keine Abfälle, auch weil man keine Schönheitsprinzipien beachtet. Es zählt allein der Geschmack. Beschädigte Orangen werden zu Marmelade weiterverarbeitet. Der Preis für eine Orangenbaum-Adoption liegt bei erstmals 80 Euro und vom zweiten Jahr an bei 60 Euro. Dafür erhält man je Saison 80 Kilogramm Orangen. Nach Angaben von Manz besitzt ein Orangenbaum eine produktive Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren.

Ende 2015 wurden die ersten Orangenbäume auf Naranjas del Carmen adoptiert, und zwei Jahre später hatten sich weitere Landwirte dem Konzept von Crowdfarming angeschlossen. Sie können die Preise für ihre Produkte selbst bestimmen. Im selben Jahr ging dann die Internetseite von Crowdfarming online.

Dort findet man inzwischen gut vierzig Projekte in sieben Ländern. Laut Manz umfassen die Projekte insgesamt rund 39.000 Adoptionen: vom Öl des eigenen Olivenbaums bis hin zum Käse des eigenen Schafs. In Deutschland und anderen nördlichen Ländern sind Zitrusfrüchte wie Clementinen, Orangen und Zitronen besonders beliebt. „Die Farmer erzielten in den ersten 11 Monaten 2019 insgesamt sechs Millionen Euro“, berichtet Manz.

Die Plantage von Naranjas del Carmen besteht aus rund 21.000 Orangenbäumen. „Die Hälfte davon sind junge, neu gepflanzte Bäume. Sie alle haben einen Paten. Zu jedem kleinen Baum gibt es einen ,großen Bruder‘, damit wir den Baumpaten schon von Beginn an die reservierte Ernte zuschicken können. Ein Orangenbaum trägt erst ab etwa dem fünften Jahr Früchte“, sagt Manz.

Bei Crowdfarming wird der Konsument zum Bauern. Als „Crowdfarmer“ bezahlt er den Unterhalt des adoptierten Bäumchens. „Diese Personen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, wer sie unter welchen Bedingungen angebaut hat, wann genau sie geerntet wurden und wie die Erntezeit verlaufen ist“, sagt Manz. Sie kümmert sich unter anderem darum, dass im Fall von Verzögerungen durch Regenfälle die Crowdfarmer informiert werden.

Diese schnellen Benachrichtigungen schätzt die Kundin Pero Hantel: „Verzögerungen können immer vorkommen. Aber wenn es eine zeitige Nachricht und auch den Grund dafür gibt, kann man das nachvollziehen.“ Hantel ist seit April 2017 Crowdfarmerin. Sie hat zehn verschiedene Adoptionen, unter anderem Weintrauben, Balsamico, Käse, Rotweinessig und Granatäpfel. Sie bestellt auch für Freunde und Familie. „Mir gefällt, dass ich mit meinem Einkauf bei Crowdfarming direkt kleine und oftmals auch junge Landwirte unterstützen kann, die dann auch einen fairen Preis für ihre Arbeit bekommen“, sagt Hantel.

Zu der Transparenz gehört die Rückverfolgung. Der Crowdfarmer weiß genau, woher seine Lebensmittel kommen. Auch besteht die Möglichkeit durch einen GPS-Code den adoptierten Baum zu „besuchen“. Im Mai 2018 hat Hantel das erste Mal ihren Orangenbaum bei Naranjas del Carmen besucht. Ihren Mandelbaum hat sie ebenfalls schon begutachtet. Einmal im Jahr werden zusätzlich Fotos des eigenen Baums ins Internet gestellt, damit man sieht, wie er sich entwickelt.

Crowdfarming soll sich nach Manz zu einer sozialen landwirtschaftlichen Revolution entwickeln und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Konsum wecken.>
Quelle: faz.net

Auf ein Wort:
Deine Seele wird zur Ruhe kommen, wenn du mit Dir selbst gut umgehst, wenn du aufhörst, dich selbst zu verurteilen, wenn du mit einem gütigen und milden Auge auf dich und deine aufgewühlte Seele schaust. Lass dich los. Du darfst so sein, wie du bist. Ruhe dich erst einmal aus. Dann kannst du wieder ein Stück des Weges gehen.
Pater Anselm Grün OSB, Benediktinerabtei Münsterschwarzach

Ich wünsche allen eine gesegnete Fastenzeit und freue mich auf ein Wiedersehen oder persönliches Kennenlernen bei einer meiner kommenden Veranstaltungen.

Herzliche Grüße,
Martin Scholz