Seminare, Coaching
Bogenschießen im Kloster

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Newsletter 2020-04

Guten Tag, liebe Leserin, lieber Leser!

Auf Wunsch sende ich den Newsletter auch gerne per E-Mail zu – eine kurze Nachricht genügt.
Der Empfang des Newsletters kann jederzeit gestoppt werden, die E-Mail-Adresse wird dann umgehend gelöscht. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.

Als ich Anfang März den zu der Zeit aktuellen Newsletter auf den Weg brachte, konnte sich wohl keine*r von uns vorstellen, wie schnell und einschneidend sich unser aller Leben verändern kann. Nicht für Einzelne durch eine Veränderung im persönlichen Umfeld, sondern wirklich für alle, für die Welt.

Für mich ist das, was gerade passiert, auch jetzt in manchen Momenten noch unbegreiflich und unvorstellbar, trotz aller Informationen, Nachrichten und eigenem Erleben. Die Benediktinerinnen der Abtei Kloster Engelthal schreiben auf ihrer Homepage von einer „noch nie dagewesenen Situation“.

Aktuell habe ich viel Kontakt mit den Menschen in „meinen“ Klöstern und aus meinem Seminarumfeld – Ordensleute, „zivile“ Mitarbeiter*innen, Teilnehmer*innen und Interessierte sowie Kolleg*innen. Ich höre von den Sorgen um die Menschen im persönlichen Umfeld, aber auch von den finanziellen Nöten, die teilweise zur existenziellen Bedrohung werden. Und ich höre von der Zuversicht und davon, wie gut es ist, jemanden an der Seite zu wissen und hoffen und beten zu können.

Zu dieser Zuversicht, die ich aus tiefstem Herzen teile, gehört es auch, schon jetzt an die Zeit „danach“ zu denken – und zu handeln.

Viele der Klöster und Exerzitienhäuser, in denen wir in der Vergangenheit so viel Gutes erfahren durften, stehen finanziell vor riesigen Herausforderungen. Die meisten Häuser sind nicht Teil der „reichen Kirche“, sondern selbständige kleine Einheiten, die sich eigenständig tragen müssen – was schon in „normalen“ Zeiten oft schwierig genug ist. Ihnen fallen durch die Schließung ihrer Gästehäuser und Klosterläden Großteile ihrer regelmäßigen Einnahmen weg. Unabhängig von den aktuellen Schließungen – die aus meiner Sicht absolut alternativlos sind – gehen Stornierungen für Juli, August und später ein. Genauso geht es mir und vielen meiner Kolleg*innen, insbesondere denen, die ihre Seminare nicht online anbieten können (oder hat jemand eine Idee für „Meditatives Online-Bogenschießen? ;-)).

Vor diesem Hintergrund plane ich momentan mit mehreren Kolleg*innen neue Seminarkonzepte, die wir dann „zeitnah“ anbieten möchten, wenn es die Situation wieder erlaubt. Wir werden dafür Kapazitäten bei Zimmern und Seminarräumen in den Klöstern nutzen, die durch Stornierungen entstanden sind, bzw. noch entstehen, und diese dann durch unsere neuen Angebote kurzfristig „auffüllen“. Ich denke, das kann für alle Beteiligten eine gute Sache sein, die helfen kann, den wirtschaftlichen Schaden ein wenig zu verringern.

Wir haben gerade erst mit der Planung begonnen. Sobald es dazu konkrete Informationen gibt, sind diese hier zu sehen. Außerdem erlaube ich mir, diese dann auch per „Sonder-Newsletter“ mitzuteilen.

Ein Benediktinerpater, der mir direkt vier Zeitfenster in der zweiten Jahreshälfte nennen konnte, die „aufzufüllen“ sind, äußerte sich etwas besorgt wie folgt: „Wir werden erst einmal sehen müssen, wie sich nach Corona das Anmeldeverhalten zeigt. Ich kann mir denken, dass mancher, der jetzt Einnahmeausfälle hat auf Fortbildungen verzichtet, um wieder finanziell auf die Beine zu kommen.“.

Damit hat er Recht. Ich denke aber auch, dass es gerade in der Zeit danach für viele wichtig sein kann, etwas für „Körper, Geist und Seele“ zu tun. Ich möchte einen kleinen Beitrag dazu leisten, das zu ermöglichen, indem alle, die mich auf eine entsprechende „Ermäßigung“ ansprechen, diese auch in Höhe von 10% meiner Seminargebühr* erhalten werden. Da es unabhängig davon noch genügend Menschen geben wird, die sich bei Interesse eine Teilnahme auch ohne Ermäßigung leisten können, werde ich von meinen Seminargebühren* der „Normalzahler*innen“ 10% dem jeweiligen Kloster oder Exerzitienhaus zukommen lassen (* davon ausgenommen sind die Kosten für Übernachtung und Verpflegung sowie ggf. Seminargebühren von Co-Referenten). Diese Aktion gilt ab sofort und für alle noch in 2020 stattfindenden Veranstaltungen.

Alle aktuellen Termine sind hier nachzusehen Diese Auflistung wird jeweils aktualisiert, sobald es entsprechende Neuigkeiten gibt.

Ich freue mich, wenn wir diese Sache gemeinsam auf den Weg bringen können und damit Gutes für alle Beteiligten schaffen. Fragen und / oder Anmerkungen dazu jederzeit gerne an ms@martin-scholz-seminare.de Und natürlich freuen sich die Klöster und Exerzitienhäuser auch jederzeit über Spenden ;-)

Und jetzt noch …

Auf ein Wort:
Die Corona-Pandemie eine Strafe Gottes? Dieser Gedanke war in letzter Zeit gelegentlich zu hören. Kluge Köpfe in Theologie und Kirche haben dem zu Recht schnell widersprochen. Aber extreme Situationen wie die gegenwärtige verführen dazu, in Bibeltexten vermeintlich einleuchtende Antworten zu finden und diese Texte wörtlich, und damit fundamentalistisch, auszulegen und sie zusammenhangslos auf heutige Ereignisse zu beziehen.
In unserer Messfeier hören wir eine Lesung, die nach so einem Muster funktionieren könnte: Das Volk meutert gegen Gott, Gott bestraft es. Das Volk bereut und fleht zu Gott, Gott gewährt Hilfe.
Die Bibel fragt mit ihren Erzählungen aber nicht in erster Linie nach historischen Tatsachen, sondern nach dem theologischen Sinn von dem, was Menschen widerfährt. Die Lehre, die sie daraus zieht, lautet: Es kann schlimm kommen. Es lohnt sich, auf Gott zu hoffen. Tue auch selber alles, um die Sache zum Guten zu wenden.
Das geht nicht immer glatt und gefällig auf. Die Frage bleibt nach dem guten Schöpfergott einer oft nicht guten Welt. Im Johannesevangelium sagt Jesus, dass Gott ihn nicht allein gelassen hat. Das galt bis ans Kreuz. Das gilt auch heute bis an jedes Krankenbett. < Und in jeder anderen Situation – Anmerkung von Martin Scholz >
Pater Christian Dieckmann OSB, Benediktinerabtei Kornelimünster

Damit wünsche ich allen von Herzen alles Liebe und Gute und Gottes Segen in dieser bewegten Zeit und auf Ostern zu. Ich freue mich auf ein gesundes Wiedersehen oder persönliches Kennenlernen bei einer meiner kommenden Veranstaltungen, wann auch immer das sein mag – #WirBleibenZuhause

Herzliche Grüße,
Martin Scholz